München-Fernpass-Reschenpass-Stilfersjoch-Timmelsjoch-Fernpass-München

Es ist Anfang September, und das Rennrad-Transalp-Fieber hat mich mal wieder gepackt. In diesem Jahr bin ich bereits über 10.000 km mit dem Rennrad unterwegs gewesen, bisher jedoch nur wenige in den „richtigen“ Bergen. Das wollte ich nun ändern. Deshalb plante ich mir für das Wochenende vom 5. bis 6. September eine längere Tour mit vielen Höhenmetern.

Bike ist ready

Für das Wochenende hatte ich mir den Freitag freigenommen, sodass ich drei Tage am Stück zur Verfügung hatte. Am Freitag startete ich gegen 5:30 Uhr in München-Großhadern mit meinem Rennrad Richtung Süden. Nach knapp einer Stunde fuhr ich am Starnberger See entlang.

Am späten Vormittag erreichte ich Garmisch-Partenkirchen, von dort ging es weiter in Richtung Fernpass. Zur Mittagszeit kam ich am Fernpass an und setzte meine Fahrt über Imst nach Landeck fort. In Landeck bog ich schließlich ab Richtung Reschenpass, um die nächste Etappe meiner Alpenpass-Tour anzugehen.

Fernpass

Da die Bundesstraße zum Reschenpass gesperrt war, führte mich die Route kurz nach Pfunds über die 27er Straße zunächst in die Schweiz. Kurz nach dem Zollübergang bei Martina ging es wieder zurück nach Österreich, wo ich einige Höhenmeter hinauf nach Nauders radelte. Hier sollte für den ersten Tag Schluss sein. Am Abend gönnte ich mir in einem Restaurant in Nauders noch eine leckere Pizza.  

Grenzübergang Martina // Österreich/ Schweiz

Reschenpass
Reschensee

Am nächsten Morgen startete ich gegen 5:30 Uhr in Nauders in Richtung Reschenpass. Nach weniger als einer Stunde Radfahren erreichte ich den Pass und überquerte die Grenze nach Italien. Von dort aus führte die Strecke am Reschensee vorbei nach Taufers im Münstertal, wo ich Italien wieder verließ und die Schweiz betrat.

In Santa Maria im Münstertal bog ich schließlich auf die Passstraße zum Umbrailpass ab. Stück für Stück kämpfte ich mich die Serpentinen hinauf, bis ich nach einiger Zeit das Ziel auf rund 2.500 m Höhe erreichte.

Umbrailpass offen

Von hier aus konnte man bereits den etwas höher gelegenen Stilfserjoch sehen. Nach knapp einer Stunde erreichte ich den Pass auf 2.775 m, der bisher höchste Bergpass, den ich je gefahren bin. Oben befindet sich Italiens einziges reines Sommerskigebiet. Im Winter ist das Gebiet aufgrund der geschlossenen Passstraße nicht zugänglich, und das Skigebiet bleibt geschlossen

Passo dell Stelvio

Nach einer kurzen Pause fuhr ich die Passstraße hinunter nach Prad. Von dort ging es weiter nach Meran, bei über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein. In Meran bog ich ab Richtung Passeiertal, wo mich der zweite hohe Pass der Tour erwartete. Gegen späten Nachmittag erreichte ich St. Leonhard im Passeiertal. Trotz der langen Strecke entschied ich mich, noch am selben Tag das Timmelsjoch zu erklimmen.

Stifslerjoch Richung Prad
Passo Rombo / TImmelsjoch

Nach einer Stunde Klettern auf dem Rennrad und mit etwas müden Beinen machte ich mich schlau nach einer Unterkunft für die kommende Nacht. Am Timmelsjoch gibt es auf 1.600 m eine Unterkunft, in der ich bei einer früheren Tour schon einmal übernachtet hatte, sowie eine auf 1.850 m. Leider waren beide Unterkünfte ausgebucht. Also nahm ich mir vor, bis nach Sölden weiterzufahren, wo ich glücklicherweise eine Unterkunft fand, die einen Check-in nach Mitternacht ermöglichte.

Zunächst hielt ich aber beim Gasthof auf 1.600 m, um mich zu stärken. Nach einem Schnitzel mit Pommes fuhr ich weiter. Gegen 20:30 Uhr passierte ich die zweite Unterkunft und die geschlossene Schranke – das Timmelsjoch ist für den Verkehr nur von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Ich kämpfte mich weiter nach oben, als plötzlich helles Licht am Himmel hinter mir aufblitzte: Ein Gewitter zog über die Berge. Vorsichtshalber kehrte ich um und fragte bei der Unterkunft auf 1.850 m nach, ob trotz Ausbuchung noch ein Platz frei sei. Glücklicherweise fanden wir eine Lösung, und so blieb ich dort die Nacht.

Im Nachhinein hätte ich weiterfahren können, da das Gewitter nur teilweise übergezogen war. Trotzdem war es die richtige Entscheidung – es hätte auch anders ausgehen können.

Am nächsten Morgen startete ich nach einem guten Frühstück gegen 7:15 Uhr. Nach etwa einer Stunde erreichte ich das Timmelsjoch. Leider herrschte oben dichter Nebel. Anschließend ging es mit hoher Geschwindigkeit die Passstraße hinunter. Nach rund 45 Minuten erreichte ich Sölden, von wo aus ich über die Bundesstraße weiter durchs Ötztal fuhr.

An einer Tankstelle legte ich ein zweites Frühstück ein. Der Wetterbericht aus Deutschland sagte nichts Gutes für den Rest der Fahrt voraus. Ich unterhielt mich kurz mit einem Motorradfahrer, der gerade aus Deutschland kam – seine Einschätzung bestätigte meine Befürchtungen bezüglich des schlechter werdenden Wetters ab der deutschen Grenze.

Den Fernpass erreichte ich noch bei trockenem Wetter. Dort aß ich eine Kleinigkeit, und währenddessen setzte leichter Regen ein. Kurz nach Ehrwald, auf dem Weg nach Garmisch, wurde der Regen dann deutlich stärker. In Garmisch-Partenkirchen kam ich schließlich komplett durchnässt an. Da keine Wetterbesserung in Sicht war, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Kurz nach 16 Uhr stieg ich in den Zug, und gegen 17:30 Uhr erreichte ich wieder meine Wohnung im Münchener Südwesten.



Die Tour war zwar sehr anstrengend, aber bis auf den Regen am letzten Tag wunderschön. In den drei Tagen legte ich über 500 km zurück und bewältigte mehr als 10.000 Hm mit meinem Rennrad.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*